Holz als Brennstoff
15. November 2009 | Von Karsten Heimberger | Kategorie: Energie und Umwelt
Holz als Brennstoff zu propagieren ist in unseren Augen mindestens ambivalent. Als Ergänzung zu einem anderen Heizsystem völlig in Ordnung und meist auch empfehlenswert. Als alleinige Energiequelle zwar optimal in Bezug auf seine CO²-Bilanz, insgesamt aber bedenklich und genau zu prüfen. Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber er wächst nicht annähernd so schnell nach, wie er verheizt oder verfeuert ist. Das scheint einen Binsenweisheit – wird aber von all denen vergessen oder vernachlässigt, die allzu euphorisch die angeblich ökologische Alternative proagieren.
Um das näher beleuchten zu können, müssen wir zwei Anwendungsfälle unterscheiden. Der Einsatz von Holz als Brennstoff ist überall dort unbedenklich oder sogar zu empfehlen, wo wir über gelegentliches Heizen oder Zuheizen reden – also bei Kaminen und Öfen in z.B. Wohnzimmern oder Küchen, in bestimmten Handwerks- oder Industrieanlagen, Hallen oder Ställen. Auch dort, wo Holz in verschiedener Form als “Abfall” übrig bleibt, ist das Verheizen natürlich sinnvoll. Also in land- oder forstwirtschaftlich orientierten Haushalten oder Gegenden, wo immer Holz anfällt, aus Gründen der Anbaukultur sogar geschlagen werden muss.
Um im privaten Bereich zu bleiben: Ganz bestimmt ist es sinnvoller, abends mal den Kamin anzufeuern, als 90% der Woche die Temperatur in Haus und Wohnung auf einem Niveau zu halten, das man zum gemütlichen Leseabend oder für die Kuschelromatik mit Frau oder Freundin braucht – sonst aber nicht, weil man arbeiten ist! Wenn man dazu “mal” in den Baumarkt muss, ist das o.k.. Ist das Ihre einzige Bezugsquelle für Holz, empfehle ich, darüber nachzudenken.
Auch bei Pellets wird es bedenklich. Nicht die Pellet-Heizung an sich ist in Frage zu stellen! Nein, das ist vernünftige Ergänzungstechnologie! Aber wir müssen bedenken, dass unsere Wirtschaft und Gesellschaft grundätzlich nicht darauf ausgerichtet ist, mit Holz zu heizen. Wir haben weder genug Anbauflächen (Wald) noch (und deshalb) eine entsprechend große Holzindustrie, um wirklich Holzabfall in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen – um in entscheidenden Größenordnungen mit Holz heizen zu können.
Deshalb ist es immer eine Überlegung wert, (auch!) mit Holz zu heizen. Aber das sollte man sorgfältig prüfen – insbesondere die andauernde Verfügbarkeit dieses Brennstoffs. Es wäre ökologisch wohl wenig sinnvoll, Holz, Pellets oder ähnliches von weit her mit LKW, Auto oder gar Schiff heran fahren zu müssen, wenn die örtlichen Reserven aufgebraucht sind. Finden Sie auf diese Frage eine sinnvolle Antwort, können wirtschaftliche (finanzielle) Aspekte sicher in den Hintergrund treten.
Weiterführende Artikel:
Holz als Brennstoff mit guter Ökobilanz im Bonner Presseblog
Eine ganze Webseite widmet sich dem Brennholz - hier zum Artikel über das Verfeuern von Brennholz.
[...] Grund genug für unser Schwester-Hausbau- und Wohn-Magazin, sich diesem Thema umfassend zu widmen: Um Wiederholungen zu vermeiden, verweisen wir hier auf verschiedene Artikel dort. Z.B. auf den Leitartikel Leidenschaft beim Bau – Kamine und Öfen – oder den über Öfen mit mehreren Funktionen – Gartenkamine, das Selbstbauen von Öfen und Kaminen und Holz als ökologische Brennstoff-Alternative. [...]
[...] Holz als ökologische Brennstoff-Alternative [...]
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